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Erkundigte sich, ob er meine Harmonielehre verstehen werde. Fragte nach meinen
Vorträgen. Sprach die Absicht aus, meine gedrucktenüber der Zeile hinzugefügt
Lieder anzuschaffen. (Etwas forciert!) Und
lobte besonders ein Bild wiederholt. Schließlich sprach er den Wunsch aus, es
mir abzukaufen (eine kleine Winterlandschaft, die ich einmal, weil ich Kopfweh
hatte, gemalt habe). Ich antwortete ausweichend, weil ich mir meine Versöhnung
nicht abkaufen lassen wollte. Nachher kam Webern
dazu. War im Konzert gewesen, bei Hausegger.
Hatte Bischoff II. Symphonie gehört. Aber sehr
wenig guten Eindruck gehabt. Ebenso von der Probe, die Busoni zu einem Schirmer-Verlags-Konzert gehalten hat. Insbesondere über Busoni als Dirigent. Dann kam Marc (ohne Frau, die krank war).
Lobte unter heftigem Widerspruch meinerseits, Cassirer. Ich fand, gerade der gewisse
„kunstverständige“ Kunsthändler sei schädlich für die Künstler. Denn
der versteht es, mit dem Ausdruck der Bewunderung ein Viertel herabzudrücken von
dem, was der bloß Geschäftsverständige gegeben hätte. Und schließlich wird einem
diese ölige, weichliche Unterhaltung mit einem Menschen, dem man ja doch am
liebsten einen Fußtritt geben möchte, zum Ueberdruss. Marc zeigte Brief von Loos, der
über Oppenheimer schimpft, ihn Schwindler,
Kokoschka-Kopisten nennt und vor ihm warnt.
Wirkliches Unrecht, das man dem Oppenheimer tut:
einen, der unoriginell ist, muß man deswegen noch nicht Schwindler nennen. In
Wirklichkeit ist Oppenheimer gewiss wenig
sympathisch. Seine Bilder haben mich nie über sein Nicht-Genie getäuscht. Er ist
ein „Lausbub“, aber kein Schwindler. Und seine Bilder haben nichts
mit Kokoschka gemein. Dat tut man beiden
unrecht! Denn Kokoschka ist echt! – Marc ist ein ganz sympathischer Mensch. Etwas unklar
und nicht sehr bedeutend. Er kaGelöscht ( durchgestrichen ) wird nicht lange
mit Kandinsky zusammengehen. Insbesondere nicht,
wenn man ihm das öfter, aber taktvoller nahelegen würde, als es der Brief eines
Kunstfreundes tat, von dem er im Anschluss an Loos etwas präpotente Ratschläge („gehen Sie zu Hans v. Weber; was der tut, ist wohlgetan“ ...)
erzählte. Montag, (29.) schickten wir
Eichbergs das Bildchen, das sie bewundert hatten. Als
Geschenk! Da Eichberg Geld hat, kann er größere
Bilder kaufen und muss nicht das kleinste aussuchen, weil er hofft, es werde
billig sein. Dann wäre ich ihm sogar noch zu Dank verpflichtet. „Der
Mäcen!“ – Nachmittag Vortrag. Busoni war
dort. Bedankte sich sehr warm für meinen Brief und war wirklich sehr nett. Ich
halte es doch noch für möglich, daß ich mit ihm zGelöscht ( durchgestrichen ) mich zusammenfinde. Gewünscht habe ich es immer.
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Denn
er ist zweifellos ein genialer Mensch. Jedenfalls weitaus das beste, was ich
bisher kennenlernte. Im Vortrag sagte ich dann meine Ideen über Genie und
Talent. Insbesondere die, dass das Genie die zukünftige Form der Menschheit ist.
Das schien Busoni sehr zu gefallen. (Freut mich
wirklich ungemein!) Er will, dass ich bei ihm, vor vielen Gästen, einen solchen
Vortrag halte. Ich bin nicht abgeneigt.